Was Abholung gegenüber Lieferung kostet
Viele Betriebe rechnen die Lieferung in zwei Stufen ab. Zuerst kommt eine feste Pauschale für die Anfahrt in der eigenen Stadt, danach ein Kilometerpreis für alles darüber hinaus. Catering Royal NRW verlangt für die Anfahrt im eigenen Einzugsgebiet 25 Euro netto pro Fahrt, an jedem Wochentag gleich. Partyservice A. Rohde in Berlin berechnet 25 Euro innerhalb der Stadt, außerhalb davon 1,50 Euro je Kilometer bis zu einem Radius von 50 Kilometern.
Koschinski Catering in Greifswald geht den umgekehrten Weg. Ab einem Bestellwert von 250 Euro netto liefert der Betrieb innerhalb der Stadt komplett kostenlos, außerhalb davon werden 2 Euro pro Kilometer fällig. Wer regelmäßig größere Mengen bestellt, kann durch diesen Schwellenwert bei der Lieferung sparen, ohne selbst fahren zu müssen.
Ab wann sich Abholung eher lohnt als Lieferung
Bei kurzen Strecken und kleinen Mengen überwiegt oft der Zeitaufwand der Abholung. Wer 25 Euro Lieferpauschale gegen eine halbe Stunde Fahrzeit und Wartezeit an der Ausgabe rechnet, kommt bei einem eng getakteten Tag schnell auf denselben Wert in verlorener Zeit. Bei größeren Bestellungen für 40 oder mehr Gäste kippt die Rechnung, weil dann mehrere Kisten und Behälter transportiert werden müssen, für die ein normaler Kofferraum kaum reicht.
Ein zweiter Punkt betrifft das Fahrzeug selbst. Warme Speisen brauchen beim Eigentransport eine Möglichkeit, die Temperatur zu halten, kalte Platten eine Kühlbox oder Kühlakkus. Ohne diese Ausrüstung sinkt die Temperatur auf der Fahrt schneller, als die meisten erwarten, besonders im Sommer in einem aufgeheizten Auto.
Warum die Kühlkette beim Selbsttransport das Risiko ist
Die europäische Hygieneverordnung für Lebensmittel schreibt vor, dass die Kühlkette beim Transport nicht unterbrochen werden darf. Ausnahmen gelten nur für kurze, praktisch unvermeidbare Momente wie das Ein- und Ausladen, nicht für einen längeren Umweg oder einen Stopp unterwegs. Diese Regel gilt für jeden, der Lebensmittel gewerblich transportiert. Für Sie als Privatperson gilt sie rechtlich nicht, halten Sie sich trotzdem daran.
Für die Praxis heißt das: Wer selbst abholt, übernimmt an der Ladentür die Verantwortung für die Temperatur, die der Betrieb bis dahin sichergestellt hat. Eine einfache Kühlbox mit vorgekühlten Kühlakkus reicht für die meisten Fahrten unter einer Stunde. Bei längeren Strecken oder heißem Wetter lohnt sich eine Nachfrage beim Betrieb, ob er eine Kühltasche oder einen Kühlanhänger leihweise mitgibt.
Kalte und warme Speisen brauchen dabei unterschiedliche Vorkehrungen. Leicht verderbliche kalte Platten sollten höchstens 7 Grad haben, warme Speisen an jeder Stelle mindestens 60 Grad. Ein warmes Buffet ohne Personal aufbauen verlangt deshalb andere Technik als der Transport einer gekühlten Platte im eigenen Kofferraum.
Welche Zeitfenster beim Bestellen realistisch sind
Catering Royal NRW nimmt Bestellungen bis spätestens 15 Uhr für den Folgetag an, an Feiertagen mit einem Aufschlag von 20 Prozent auf die Lieferpauschale. Wer außerhalb der üblichen Geschäftszeiten geliefert bekommen möchte, zahlt bei diesem Betrieb zusätzlich 35 Euro. Partyservice A. Rohde berechnet an Wochenenden und Feiertagen einen Aufschlag von 10 Prozent, der ab einem Bestellwert von 300 Euro entfällt.
Für die Abholung gelten oft großzügigere Zeiten, weil kein Fahrer eingeplant werden muss. Rohde bietet die Abholung am eigenen Standort werktags von 8 bis 15 Uhr an. Klären Sie bei jedem Betrieb, ob dieses Fenster zu Ihrem Ablauf passt, denn eine spätere Abholung ist nicht überall selbstverständlich möglich.
Abholen oder liefern lassen, eine kurze Entscheidungshilfe
Haben Sie ein Auto mit ausreichend Kofferraum und Zeit für Hin- und Rückfahrt?
Liegt der Betrieb näher als etwa 20 Minuten Fahrzeit entfernt?
Abholung lohnt sich meist. Nehmen Sie eine Kühlbox oder Kühlakkus mit und fragen Sie nach der genauen Abholzeit.
Rechnen Sie die gesparte Pauschale gegen die Fahrzeit. Bei mehr als 40 Gästen wird Lieferung wegen der Menge oft praktischer.
Lassen Sie liefern. Nennen Sie dem Betrieb ein konkretes Zeitfenster, damit die Speisen möglichst kurz vor dem Servieren ankommen.
Eine Mischform ist ebenfalls üblich: kalte Platten selbst abholen, weil sie unempfindlicher sind, und ein warmes Buffet liefern lassen, weil es die passende Warmhaltetechnik braucht.
Häufige Fragen
Was kostet die Lieferung beim Catering üblicherweise?
Bei zwei verglichenen Betrieben kostet die Lieferung innerhalb des Liefergebiets 25 Euro netto je Fahrt. Außerhalb der Stadt verlangen manche Caterer stattdessen einen Kilometerpreis, etwa 1,50 Euro in Berlin oder 2 Euro in Greifswald. Manche Betriebe liefern ab einem bestimmten Bestellwert, etwa 250 Euro netto, ganz ohne Aufpreis.
Wie weit liefert ein Partyservice normalerweise?
Das legt jeder Betrieb selbst fest. Partyservice A. Rohde liefert zur Pauschale nur innerhalb Berlins, darüber hinaus bis 50 Kilometer weit für 1,50 Euro je Kilometer. Fragen Sie den Radius bei der Bestellung ausdrücklich ab, wenn Ihre Feier außerhalb der Stadt stattfindet.
Lohnt sich Selbstabholung beim Catering?
Selbstabholung lohnt sich vor allem bei kurzer Fahrzeit und kleineren Mengen, weil Sie dann die komplette Lieferpauschale sparen. Bei mehr als 40 Gästen oder empfindlichen warmen Speisen wird der eigene Transport aufwendiger, weil Kühlung oder Warmhaltetechnik fehlen. Rechnen Sie die gesparten Kosten gegen Ihre eigene Zeit und ein geeignetes Fahrzeug.
Was passiert, wenn die Kühlkette beim Selbsttransport unterbrochen wird?
Steigt die Temperatur kalter Speisen über den sicheren Bereich, verderben sie schneller und können krank machen, auch wenn nichts davon zu sehen ist. Die europäische Hygieneverordnung erlaubt nur kurze, unvermeidbare Unterbrechungen wie das Ein- und Ausladen, keinen längeren Umweg. Nehmen Sie deshalb bei jeder Abholung eine Kühlbox oder Kühlakkus mit.
Bis wann muss ich Catering für den nächsten Tag bestellen?
Viele Betriebe setzen die Bestellfrist auf 15 oder 16 Uhr am Vortag, für Wochenenden oft schon auf Donnerstag. An Feiertagen verlangen manche Caterer zusätzlich einen Aufschlag von rund 20 Prozent auf die Lieferpauschale. Fragen Sie bei größeren Gästezahlen mehrere Tage im Voraus an, damit der Betrieb genug Vorlauf hat.
