Üblich sind Kaffee, Kuchen und ein kleines Buffet
Der Leichenschmaus ist die gemeinsame Mahlzeit nach der Trauerfeier. Üblicherweise findet er in einem Restaurant oder Café statt, alternativ richten die Angehörigen ihn zu Hause aus. Serviert werden meist Kaffee und Kuchen. Je nach Tageszeit sind auch belegte Brote oder ein Mittagessen möglich. Traditionell gibt es kalte Platten, eine Suppe oder Blechkuchen. Zunehmend kommt das Lieblingsessen des Verstorbenen auf den Tisch.
Ein mehrgängiges Menü ist unüblich, und die Gäste erwarten es auch nicht. Viele von ihnen sind älter, deshalb lohnen sich weiche, leicht zu essende Speisen und eine milde Würzung. Wählen Sie lieber wenige Positionen in guter Qualität als ein großes Angebot, das am Ende übrig bleibt.
Zu trinken reichen Kaffee, Tee, Wasser und Saft. Ein Glas Sekt oder Wein wird nicht erwartet, und niemand nimmt es Ihnen übel, wenn Sie ganz darauf verzichten.
Sagen Sie dem Anbieter am Telefon klar, dass die Bestellung für eine Trauerfeier ist. Dann kann er auf ruhige Farben umstellen und bunte Servietten, Luftballons oder fröhliche Deko weglassen, ohne dass Sie das eigens erklären müssen.
Bis zur Beerdigung bleibt mehr Zeit als gedacht
Bundesweit darf eine Beerdigung frühestens 48 Stunden nach dem Tod stattfinden, in Mecklenburg-Vorpommern reichen 24 Stunden. Die Höchstfrist regelt jedes Bundesland selbst. Sie reicht von 4 Tagen in Baden-Württemberg bis zu 14 Tagen in Rheinland-Pfalz, die meisten Länder setzen 8 bis 10 Tage an.
| Bundesland | Höchstfrist bis zur Beerdigung |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 4 Tage |
| Bayern | 8 Tage |
| Nordrhein-Westfalen | 10 Tage |
| Hamburg | 10 Tage |
| Rheinland-Pfalz | 14 Tage |
Das gibt Ihnen mehr Spielraum, als viele Angehörige im ersten Moment glauben. Fragen Sie Ihren Bestatter nach der genauen Frist in Ihrem Bundesland. Der Beerdigungstermin legt den spätesten Zeitpunkt für den Leichenschmaus fest.
Auch mit wenig Vorlauf finden Sie einen Anbieter
Rufen Sie mehrere Anbieter in Ihrer Nähe an, statt bei einer Absage aufzugeben. Nicht jeder Betrieb hat am gewünschten Tag freie Kapazität. Ein einfaches Angebot aus Kaffee, Kuchen und belegten Broten lässt sich schneller zusammenstellen als ein aufwendiges Buffet. Bestellen Sie zumindest die Speisen bei einem Catering-Service. Das erspart Ihnen Stress in der kurzen Zeit bis zur Beerdigung.
Mehr zur Auswahl eines seriösen Anbieters und zu den Fragen, die vor jeder Zusage sinnvoll sind, lesen Sie im Ratgeber Catering buchen.
Wo der Leichenschmaus meistens stattfindet
Am häufigsten trifft sich die Trauergesellschaft in einem Restaurant oder Café oder zu Hause. Zu Hause haben Sie mehr Ruhe und sparen Geld, brauchen aber selbst genug Platz und Geschirr. Sie können beides vom Partyservice mitliefern lassen. Ein Restaurant ist meist kostspieliger als eine selbst organisierte Kaffeetafel.
Erwarten Sie mehr als 20 Gäste?
Gibt es in der Nähe ein Gasthaus oder Café mit Platz für diese Zahl?
Fragen Sie dort direkt nach einem Tisch für die Trauergesellschaft. Das ist die schnellste Lösung.
Bestellen Sie ein Buffet zur Lieferung in einen größeren Raum, etwa ein Gemeindehaus.
Möchten Sie den Leichenschmaus zu Hause ausrichten?
Ein Partyservice liefert Kaffee, Kuchen oder ein kaltes Buffet direkt zu Ihnen und bringt auf Wunsch auch Geschirr mit.
Fragen Sie im nächstgelegenen Café oder Restaurant nach einem ruhigen Tisch für Ihre Gruppe.
Wer den Leichenschmaus am Ende bezahlt
Die Hinterbliebenen tragen die Kosten selbst. Das Sozialamt erstattet die Auslagen für den Leichenschmaus nicht. Gibt es mehrere Erben, klären Sie früh, wer zunächst zahlt und ob die Auslage später aus dem Nachlass erstattet wird.
Steuerlich gilt: Für Erbfälle ab 2025 zieht das Finanzamt bei der Erbschaftsteuer 15.000 Euro für die Bestattung und die Abwicklung des Nachlasses ab, ohne dass Sie Belege einreichen. Die Rechnung des Caterers müssen Sie dafür nicht vorlegen. Bei der Einkommensteuer gilt etwas anderes. Wer Bestattungskosten dort als außergewöhnliche Belastung angibt, kann laut der Verbraucherinitiative Aeternitas nur Kosten der eigentlichen Beisetzung ansetzen, der Trauerkaffee gehört nicht dazu. Ob der Leichenschmaus bei der Erbschaftsteuer einzeln zählt, klären Sie mit einem Steuerbüro. Lassen Sie sich im Zweifel von einem Steuerbüro beraten.
Zur Größenordnung: Bei 25 Gästen und dem Einstiegspreis von 9,90 Euro liegt ein einfaches Angebot aus Kaffee und Kuchen bei rund 250 Euro. Ein aufwendigeres kaltes Buffet kostet je nach Anbieter mehr. Lassen Sie sich den Betrag für Ihre Gästezahl nennen, bevor Sie zusagen.
Einen Überblick über die Planung nach Anlass, von der Hochzeit bis zur Trauerfeier, gibt der Artikel Catering planen nach Anlass.
Vier Fragen, die Sie dem Anbieter stellen sollten
Klären Sie diese Punkte am Telefon, bevor Sie zusagen:
- Wie schnell der Anbieter liefern kann, wenn die Beerdigung erst in zwei Tagen feststeht
- Ob Geschirr, Tischwäsche und Kaffeegeschirr im Preis enthalten sind
- Ob sich die Menge kurzfristig noch nach oben anpassen lässt
- Ob Sie eine Rechnung mit Datum und Anschrift bekommen, falls Sie sie später für den Nachlass brauchen
Häufige Fragen
Muss beim Leichenschmaus unbedingt etwas Warmes serviert werden?
Nein, ein warmes Essen ist beim Leichenschmaus nicht nötig. Üblich sind Kaffee und Kuchen, belegte Brote, kalte Platten oder eine Suppe. Kaltes lässt sich außerdem schneller liefern.
Wie kurzfristig kann ich den Leichenschmaus noch bestellen, wenn die Beerdigung in zwei Tagen ist?
Fragen Sie sofort mehrere Partyservices in Ihrer Nähe an. Ein einfaches Angebot wie Kaffee und Kuchen lässt sich am ehesten kurzfristig zusammenstellen, aber nicht jeder Betrieb hat am Termin Kapazität frei.
Gehören die Kosten für den Leichenschmaus zu den Bestattungskosten?
Bei der Erbschaftsteuer zieht das Finanzamt für Bestattung und Nachlass ohnehin 15.000 Euro pauschal und ohne Nachweis ab. Bei der Einkommensteuer zählt der Leichenschmaus dagegen nicht: Laut der Verbraucherinitiative Aeternitas werden dort nur Kosten der eigentlichen Beisetzung angerechnet, Trauerkaffee gehört nicht dazu.
Wo findet der Leichenschmaus meistens statt?
Üblicherweise in einem Restaurant oder Café. Alternativ richten die Angehörigen ihn zu Hause aus, das ist meist günstiger als ein Restaurant.
Wie plane ich die Gästezahl für den Leichenschmaus, wenn ich sie nicht genau kenne?
Planen Sie mit einer Spanne statt einer festen Zahl und wählen Sie ein Buffet, das sich kurzfristig um einige Portionen erweitern lässt. Viele Trauergäste entscheiden erst während der Trauerfeier, ob sie zum Leichenschmaus mitkommen.
Wer bezahlt den Leichenschmaus, wenn es mehrere Erben gibt?
Zunächst zahlt, wer den Leichenschmaus organisiert hat. Das Sozialamt erstattet die Auslage nicht. Wie die Erben die Kosten untereinander aufteilen, sollten sie früh miteinander klären.
